*Eine Studie belegt: Aus 30 MitarbeiterInnen werden 32½ – ganz ohne zusätzliche Planstellen und Personalkosten. Geht das? Und wenn ja, wie?
Die kurze Antwort: Ja, mit Konzepten der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF).
BGF für mehr Gesundheit im Arbeitsalltag
Am Klinikum Graz wurde die Studie „Mission BGF – mit Bewegung Gesundheit fördern“* durchgeführt.
Das Projekt wurde im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko konzipiert. Ziel war die Verbesserung der körperlichen Fitness und die Reduktion von Risikofaktoren betreffend Herz-Kreislauf-System und Stoffwechsel. Insgesamt nahmen 30 Personen teil – 23 Frauen und 7 Männer. Das Durchschnittsalter lag bei 46 Jahren.
Erhoben wurden Parameter wie Gewicht, Muskelmasse, Fettmasse, Bauch- und Hüftumfang, Body-Mass-Index (BMI) sowie qualitative Parameter des subjektiven Empfindens und einige metabolische Laborwerte.
Das Projekt erstreckte sich über 30 Wochen, wobei die aktive Intervention – bestehend aus einer Ernährungsumstellung und einem gezielten Training – 26 Wochen dauerte. Nach einer medizinischen Leistungsdiagnostik erhielt jede/r TeilnehmerIn eine individuelle Ernährungsberatung sowie einen persönlichen Trainingsplan.
Messbare Effekte: weniger Fett, mehr Energie
Die Ergebnisse waren beachtlich: Im Durchschnitt verloren die Teilnehmenden 2,88 kg Körperfett pro Person. Die Teilnahme am Programm bis zum Ende war sehr hoch und lag bei 83%. Die Muskelmasse nahm zu, der HDL-Wert – das sogenannte „gute Cholesterin“ – stieg um 26% (Anmerkung: Im Text sind nicht alle durchgeführten Laborwerte erfasst).
Die Leistungsfähigkeit verbesserte sich, die Alltagsaktivität nahm zu, die Ernährung wurde optimiert. Auch ein Jahr später berichteten die Projektorganisatoren noch von positiven Rückmeldungen – bis hin zur langfristigen Integration der Maßnahmen in den Alltag.
Mehr Leistung – ohne Mehrkosten?
Und jetzt wird es richtig spannend: Die durchschnittliche Leistungsfähigkeit im Gruppenergebnis lag bei einem Plus von 253 Prozentpunkten! Umgerechnet entspricht das zweieinhalb zusätzlichen Teammitgliedern – ohne zusätzliche Personalkosten, ohne neue Planstellen. Gesundheitsfördernde Maßnahmen zeigen enorme Wirkung und das wurde in der Praxis noch einmal deutlich.
Gesundheitsförderung: zahlreiche Pros für Unternehmen und Mitarbeitende
Warum sollte ein Unternehmen Zeit und Ressourcen in die Gesundheitsförderung seiner Mitarbeiter:innen investieren? Das ist eine gute Frage, die sich jedes Unternehmen, egal welcher Größe, stellen soll und stellen muss. Die Erfahrungen aus zahlreichen Studien und Projekten im deutschsprachigen Raum zeigen, dass betriebliche Gesundheitsförderung viele Vorteile für Mitarbeitende und Unternehmen bieten kann.
Die Gesundheit und Gesundheitskompetenz der Mitarbeitenden zu fördern, gehört genauso dazu wie eine gemeinsame Weihnachtsfeier oder ein Sommerfest. Neben den positiven Auswirkungen auf den Teamspirit steigen auch die Motivation, die Zufriedenheit am Arbeitsplatz und die Leistungsfähigkeit. Dabei sind gesunde Arbeitsverhältnisse genauso wichtig wie das Verhalten der Teams. Ausschlaggebend sind die Unternehmenskultur und die Sensibilität der Führungsebene für diese Themen. Und je mehr wir über unsere Gesundheit wissen, desto motivierter sind wir, aktiv etwas für unseren Körper und Geist zu tun.
Fazit: WIN-WIN für Unternehmen und Mitarbeitende
Zahlreiche Studien belegen: Gesundheitsfördernde Maßnahmen helfen, Krankheiten am Arbeitsplatz vorzubeugen. Sie sorgen für erhöhte Arbeitszufriedenheit, reduzieren Krankenstandstage und sparen Kosten.
Und nicht zuletzt stärken sie die Reputation eures Unternehmens – ein kostbares Gut, das fortlaufend Aufmerksamkeit braucht.
Wenn ihr noch zögert, ob ihr in die Gesundheitsförderung eurer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren solltet: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um es anzugehen!
Und falls interne Ressourcen für Planung und Umsetzung fehlen, stehen Expertinnen und Experten von Firmen Sport Austria zur Seite.
Ihr habt die Wahl.
Natascha Untersmayr
Expertin Betriebliche Gesundheitsförderung
Natascha Untersmayr, MBA, ist Expertin für Präventiv-Medizin und seit mehr als 15 Jahren in der betrieblichen Gesundheitsförderung als selbstständige Unternehmerin tätig. Ihr Spezialgebiet ist die Darmgesundheit nach Dr. FX Mayr Prevent Medizin.
www.natascha-untersmayr.coach
Weiterführende Informationen
*Quelle: Dr. Jana Windhaber, Sportärztliche Beratung und Betreuung, Ambulanz für Sport- und Leistungsmedizin Univ.-Klinik für Kinderchirurgie LKH Graz – Präsentation „Steigerung der Leistungsfähigkeit der Teams in den Unternehmen – ohne zusätzliche Mitarbeitende: Eine Studie, durchgeführt am Klinikum Graz, zeigt, wie Teams durch Programme der betrieblichen Gesundheitsförderung leistungsfähiger werden“, die im Mai 2025 im Rahmen des Universitätslehrgangs Master of Science Public Health an der Medizinischen Universität Wien gehalten wurde.