Gesundheit neu gedacht: Was Unternehmen wirklich weiterbringt
Am 27. November haben wir im Rahmen unseres ÖBSV-Workshops „Gesundheit neu gedacht“ gemeinsam mit Expert:innen, Unternehmen und Gesundheitsanbieter:innen eine zentrale Frage gestellt:
Wie schaffen wir Angebote, die wirklich alle erreichen – auch jene, die (noch) nicht gesund leben wollen?
Die Antworten waren vielschichtig, ehrlich und überraschend praxisnah.
Hier ist die Essenz der Diskussionen, Gruppenarbeiten und Best Practices.
1. Gesundheit braucht Führung – und ein echtes Commitment
Einig waren sich alle Gruppen:
Gesundheit wird erst dann wirksam, wenn Führungskräfte es vorleben.
Nicht nur im Leitbild, sondern sichtbar im Alltag:
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- Zeitfenster, in denen Mitarbeiter:innen ohne schlechtes Gewissen Gesundheitsangebote nutzen dürfen
- klare Botschaften: „Das ist wichtig und erwünscht“
- echtes Commitment statt Alibi-Sätze
Besonders wirksam: Wenn Führung Gesundheit sichtbar unterstützt, steigt Motivation und Akzeptanz im gesamten Team.
2. Niederschwellig statt überfordert – die Kunst des Einfachen
Viele Gesundheitsprogramme scheitern nicht am „Was“, sondern am „Wie“.
Die Workshop-Gruppen waren sich einig:
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- Starten mit kleinen, leicht umsetzbaren Schritten
- Angebote, bei denen niemand „zuerst fit sein muss“
- jederzeit einsteigen können – kein Zwang, kein Druck
Der Schlüssel: Je kleiner die Einstiegshürde, desto größer die Chance, dass Menschen wirklich ins Tun kommen.
3. Motivation entsteht durch Relevanz – nicht durch Pflichtgefühl
Menschen machen langfristig nur das, was für sie Sinn ergibt.
Deshalb braucht es:
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- IST-/SOLL-Analysen: Wo stehe ich? Wo möchte ich hin?
- persönliche Ziele, die sichtbar werden
- erlebbaren Nutzen: „Was bringt mir das jetzt, heute, im Alltag?“
Einige spannende Ideen aus den Gruppen:
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- „Buddy-Programme“: aktive Mitarbeiter:innen holen bewegungsferne Kolleg:innen mit
- interne Challenges, Gamification, kreative Formate
- Belohnungen wie z. B. ein gesundes Mittagessen für aktive Teilnahmen
4. Kommunikation ist alles – und zwar die richtige
Der Workshop zeigte:
Viele Menschen nutzen Angebote nicht, weil sie zu spät oder gar nicht davon erfahren.
Erfolgsfaktoren:
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- Kommunikation über alle verfügbaren Kanäle
- unterschiedliche Wording-Varianten für unterschiedliche Persönlichkeitstypen
- klare, einfache Botschaften, die emotional oder logisch ansprechen – je nachdem, wen man erreichen will
- Verantwortliche im Unternehmen, die das Thema aktiv vorantreiben
5. Rahmenbedingungen als Hebel – kleine Details, große Wirkung
Oft sind es unscheinbare Dinge, die langfristig mehr bewirken als teure Maßnahmen.
Beispiele aus dem Workshop:
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- Wasser am Meetingtisch statt Softdrinks
- Stehtische hochfahren, bevor man geht – damit der nächste Tag im Stehen beginnt
- gesunde Optionen in der Kantine zuerst platzieren (Nudging)
- klare flexible Zeitkontingente für Gesundheit: z. B. 4 Stunden pro Monat
Das Ziel: Gesundheit so leicht wie möglich machen – und ungesunde Entscheidungen subtil erschweren.
6. Was wirklich funktioniert: Health Hacks aus der Praxis
Die Teilnehmenden haben zahlreiche funktionierende Hacks gesammelt:
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- bewusstes Atmen – ein kurzer Reset wirkt sofort
- Treppe statt Lift
- Meal Prep – entlastet, spart Zeit und verhindert Heißhunger
- kurze Bewegung vor dem Essen – stabilisiert Blutzucker und Energie
- Routine statt Perfektion: kleine Rituale morgens, mittags, abends
- Zähneputzen auf einem Bein – Mini-Balance-Training
- Stressmanagement in ruhigen Momenten üben, nicht erst im Chaos
Der gemeinsame Nenner: Je einfacher, desto nachhaltiger.
Gesundheit neu denken – unser Fazit
Der Workshop hat eines klar gezeigt:
Gesundheit scheitert nicht am Wissen, sondern an Strukturen, Kommunikation und Machbarkeit.
Wenn Unternehmen Führung einbinden, Einstiegshürden niedrig halten, echte Motivation ermöglichen, klare Rahmenbedingungen schaffen und einfache Health Hacks im Alltag sichtbar machen, entsteht eine Gesundheitskultur, die wirkt – für alle, nicht nur für die ohnehin Motivierten.
Wir danken allen, die dabei waren – für den offenen Austausch, die kreativen Ideen und die Bereitschaft, Gesundheit neu zu denken. Gemeinsam haben wir gezeigt: Kleine, durchdachte Schritte können Großes bewirken. Gesundheit im Unternehmen ist keine Extra-Aufgabe, sondern eine Kultur, die spürbar macht, wie wertvoll jeder Einzelne ist.
Wir bedanken uns an alle die dabei waren:
Matthieu Hess, Hans Holdhaus, Sebastian Pfeffer, Roman Heinzle, Christoph Edelmüller, Michael Oman und Marion Kanalz, Elisabeth Koller, Anastasia Plechinger und Thomas Kainrath