Wie bei der Rhomberg Sersa Rail Group trotz logistischer Herausforderungen eine nachhaltige Gesundheitsinitiative entstand
Corporate Health klingt in vielen Unternehmen gut – scheitert in der Praxis aber oft an Zeitmangel, Schichtsystemen, wechselnden Einsatzorten oder schlicht an der Frage: Wie integrieren wir Gesundheit sinnvoll in einen fordernden Arbeitsalltag?
Das Projekt mit der Rhomberg Sersa Rail Group zeigt eindrucksvoll, dass es möglich ist. Und mehr noch: dass gerade in komplexen Arbeitsumfeldern besonders wirksame Lösungen entstehen können.
Der Ausgangspunkt: Lernen, Weiterentwickeln – und Gesundheit mitdenken
Was Anfang Jänner als interne Schulungsreihe am Standort Wiener Neudorf gestartet ist, entwickelte sich rasch zu einem umfassenden Good-Practice-Beispiel für moderne betriebliche Gesundheitsförderung.
Rund 140 Mitarbeitende wurden in drei Terminen bis Mitte Februar weitergebildet. Das Besondere: Jeder dieser Schulungstage wurde um einen vollständigen Gesundheitstag ergänzt – direkt vor Ort, integriert in den Arbeitsalltag.
Anstatt Gesundheit „zusätzlich“ anzubieten, wurde sie bewusst eingebettet:
- bahnärztliche Untersuchung
- erweiterte Vorsorgeuntersuchungen
- Wirbelsäulen- und Muskelscreenings
- VO₂max-Leistungsdiagnostik
- Stress- und Belastungsanalysen
Alles zeiteffizient organisiert, logistisch durchdacht und auf die Realität der Mitarbeitenden abgestimmt.
Logistik als Erfolgsfaktor – nicht als Ausrede
Baustellenbetrieb, Schichtsysteme, körperlich anspruchsvolle Arbeit: Genau hier wird häufig argumentiert, warum Gesundheitsmaßnahmen „schwierig umzusetzen“ seien. Dieses Projekt beweist das Gegenteil.
Durch klare Zeitfenster, abgestimmte Abläufe und enge Koordination mit dem Unternehmen konnten die Untersuchungen ohne Produktivitätsverlust durchgeführt werden. Die Akzeptanz war von Beginn an hoch – und stieg vom letzten Jahr zu heuer deutlich an.
Ein starkes Signal: Wenn Maßnahmen sinnvoll geplant sind, werden sie auch angenommen.
Praxisnah statt theoretisch: Workshops mit direkter Wirkung
Ergänzt wurden die Untersuchungstage durch praxisorientierte Inputs und Workshops. Besonders wirkungsvoll: der Beitrag von Helios Brunner-Plosky zum Thema Heben & Tragen. Kein Frontalvortrag, sondern konkrete Tipps für den Arbeitsalltag – angepasst an die realen Belastungen auf der Baustelle. Genau diese Nähe zur Praxis machte den Unterschied.
REPULS: Ein Tool, das sofort Sinn macht
Ein weiterer zentraler Baustein war die Integration von REPULS – einfach schmerzfrei in die bestehende Corporate-Health-Strategie.
Ziel war es, ein Werkzeug vorzustellen, das unmittelbar Nutzen bringt – ohne lange Einschulung, ohne komplexe Rahmenbedingungen.
Gerade im Baustellenumfeld sind schnelle, unkomplizierte Lösungen entscheidend:
bei kleinen Verletzungen, Prellungen, Stauchungen, Verbrennungen oder auch bei chronischen Beschwerden.
Die Möglichkeit, unabhängig von Tageszeit und Einsatzort eine unterstützende Maßnahme zur Verfügung zu haben, wurde von den Mitarbeitenden besonders positiv aufgenommen.
Das klare Feedback: „Das ist etwas, das wir wirklich brauchen – und auch verwenden können.“
Wirkung zeigt sich im Feedback – und im Verhalten
Die Rückmeldungen nach den drei Terminen waren überdurchschnittlich positiv:
- spürbar höheres Interesse an Gesundheitsthemen
- konkrete Nachfragen zu weiteren Angeboten
- eine deutlich höhere Bereitschaft zur aktiven Umsetzung
Besonders bemerkenswert: Die Teilnahmequote und das Engagement waren im Vergleich zum Vorjahr signifikant höher. Vertrauen entsteht nicht durch Ankündigungen – sondern durch erlebten Mehrwert.
Der nächste Schritt: Gesundheitsbotschafter im Unternehmen
Nachhaltigkeit entsteht nicht durch Einzelmaßnahmen. Sie entsteht, wenn Strukturen wachsen.
Deshalb ist der nächste Entwicklungsschritt bereits definiert: die Ausbildung interner Gesundheitsbotschafter:innen.
Mitarbeitende aus dem Unternehmen werden dabei zu Multiplikator:innen, Ansprechpartner:innen und Vorbildern. Menschen, die Gesundheit nicht „verordnen“, sondern vorleben. Genau hier zeigt sich echte Unternehmenskultur: Wenn Führungsebene und Mitarbeitende gemeinsam Verantwortung übernehmen, wird Corporate Health zur gelebten Strategie – nicht zum Projekt auf Zeit.
Warum dieses Projekt andere Unternehmen inspirieren kann
Dieses Beispiel zeigt sehr klar, worauf es ankommt:
- Gesundheit muss zur Realität der Mitarbeitenden passen
- Maßnahmen müssen praktikabel, niederschwellig und wirksam sein
- Logistik ist lösbar – wenn sie mitgedacht wird
- Nachhaltigkeit entsteht durch Beteiligung, nicht durch Aktionismus
Die Zusammenarbeit mit der Rhomberg Sersa Rail Group ist ein starkes Signal für Zukunftsorientierung, Leistungsfähigkeit und eine ernst gemeinte Gesundheitskultur.
Oder anders gesagt:
Corporate Health wirkt dann am besten, wenn sie dort stattfindet, wo gearbeitet wird.
Direkt. Praxisnah. Und mit echter Überzeugung.
Hans Holdhaus
Hans Holdhaus ist Sportwissenschaftler, BGF-Pionier und einer der führenden Experten für nachhaltige betriebliche Gesundheitsförderung, die er bereits seit den 1990er-Jahren erfolgreich entwickelt und umgesetzt hat. Mit seiner langjährigen Erfahrung aus dem Hochleistungssport bringt er wissenschaftliches Know-how praxisnah in Unternehmen ein und begleitet als Coach, HRV-Experte und Speaker Menschen und Organisationen auf dem Weg zu mehr Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
www.holdhausnord.at