Eventbericht: Praxistalk „Arbeitskultur & Gesundheit im Unternehmen“
Manchmal braucht es keinen Vortrag. Manchmal braucht es einfach ein gutes Gespräch.
Genau das war die Idee hinter unserem ersten Talk 2026, den wir am 5. Mai 2026 veranstaltet haben. Kein Vortrag, keine Präsentationen. Stattdessen: ehrlicher Austausch zwischen Menschen, die sich täglich mit Arbeitskultur, betrieblicher Gesundheitsförderung und Bewegung im Unternehmen beschäftigen – aus unterschiedlichen Perspektiven.
Ein Format, das Begegnung ermöglicht
Der Abend war bewusst anders gestaltet als klassische Networking-Events. Nach einem entspannten Ankommen und einer kurzen Einführung ins Format starteten sechs strukturierte Gesprächsrunden – jeweils rund sieben Minuten – mit einer klaren Leitfrage als Ausgangspunkt und wechselnden Gesprächspartner:innen. Dieses Speed-Networking-Prinzip für ernsthafte Themen sorgte innerhalb kurzer Zeit für eine bemerkenswerte Bandbreite an Blickwinkeln und Erfahrungen.
Die Fragen, die den Abend leiteten, reichten von der persönlichen Geschichte – Was hat Sie dazu gebracht, sich ernsthaft mit betrieblicher Gesundheit zu beschäftigen? – bis zur konkreten Empfehlung für die, die gerade am Anfang stehen. Dazwischen: aktuelle Herausforderungen, positive Überraschungen aus der Praxis und die Erkenntnisse, die man gerne früher gehabt hätte.
Was die Gespräche bewegte
- Angebote sind da – aber werden sie auch gelebt?
Schnell wurde deutlich: Viele Gesundheitsangebote in Unternehmen sind bereits vorhanden. Die größere Herausforderung liegt oft darin, dass sie im Arbeitsalltag tatsächlich ankommen, angenommen und gelebt werden.
- Führung macht den Unterschied
Immer wieder kam dabei ein zentraler Punkt zur Sprache: Ob Gesundheitsförderung im Unternehmen funktioniert, hängt stark davon ab, ob sie glaubwürdig vorgelebt wird und Teil der Unternehmenskultur ist. Führungskräfte, die selbst Pausen machen, Grenzen setzen und Gesundheit als Thema ernst nehmen, schaffen die Voraussetzungen, unter denen alles andere erst wirksam werden kann.
- Niederschwellig schlägt Perfektion
Was Menschen langfristig mitmachen, sind keine aufwändigen Jahresprogramme, sondern alltagstaugliche Formate, die zum Dranbleiben motivieren. Kleine Maßnahmen, die im Alltag wirklich passen und erreichbar sind, wirken oft mehr als groß angelegte Lösungen, die am Ende niemand nutzt – nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil sie am echten Alltag vorbeigehen.
Ein Abend mit echtem Austausch
Im weiteren Austausch und Networking wurden viele der Gespräche vertieft und gemeinsame Erkenntnisse reflektiert. Dabei zeigte sich einmal mehr, wie wertvoll persönliche Begegnungen und der Austausch für die Weiterentwicklung der betrieblichen Gesundheitsförderung sein können.
Der Praxistalk ist kein Wissenstransfer von oben nach unten – er ist ein Austausch auf Augenhöhe zwischen Menschen, die alle etwas mitbringen. Das macht ihn besonders wertvoll: Jede:r geht mit etwas raus, das nicht auf einer Folie stand, sondern aus einem echten Gespräch entstanden ist.
Für uns beim ÖBSV ist genau das der Kern unserer Arbeit: Verbindung schaffen zwischen Unternehmen, Wissen zugänglich machen und Räume öffnen, in denen Gesundheit im Betrieb wirklich wachsen kann.
Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer:innen, die diesen Abend mit ihrer Offenheit und ihren spannenden Erfahrungen möglich gemacht haben.
Teilnehmer:innen:
Maja Dolinsek, Thomas Dodner (Top Train), Andreas Falkensteiner (ACP Group), Martina Gebauer (WFSV – Wiener Firmensport Verband), Oliver Heiser (RONCO Management Holding), Dominik Heinrich, Elisabeth Koller, Andreas Kraus, Christian Lackinger (Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser), Stefan Meder (PKE Holding), Romana Ruda (Future Health Lab), Reinhard Scheibelreiter (PKE Holding), Sonja Tarbuk (fit2work) und Philipp Tikowsky.